Mona Hahn - Emoticons (2005)

Justizzentrum Leoben, Dr. Hanns-Groß-Straße 7+9, 8700 Leoben

Architektur: Josef Hohensinn Architektur

Mona Hahn brachte auf der Betondecke der Eingangshalle überdimensionale „Emoticons“ mit Hilfe von Schriftzeichenschablonen und Klarlack an. Emoticons sind Zeichen aus der SMS-Kommunikation. Sie stehen in diesem Fall etwa für Begriffe wie „Gesetz übertreten“

§;-( oder für „spricht mit gespaltener Zunge“ :-w

 

Ausgangspunkt der Arbeit von Mona Hahn war die Frage nach den Aufgabenbereichen eines Landes-, Bezirksgerichts oder einer Staatsanwaltschaft und den damit verbundenen Assoziationen eines durch Bestimmungen und Verordnungen geregelten Verwaltungsapparats. Das Rechtssystem wird von Außenstehenden umgangssprachlich gerne als „Paragraphendschungel“ bezeichnet, andererseits sind Institutionen der Rechtsfindung und Rechtsprechung auch Orte ganz besonderer Emotionen.

 

Hahns Intention ist es, diese Gefühle symbolhaft und allgemein verständlich zu visualisieren, wobei sie eine zeitgemäße Formensprache wählt: Mit Hilfe von Emoticons, wie sie in Internet-Chatrooms und in der SMS-Kommunikation gebräuchlich sind, hat die Künstlerin Zeichen gefunden, die den Raum mit Gefühlen und Begriffen aufladen, wobei ein humoristischer Ansatz – ein Emoticon bedeutet etwa „zu viel Lippenstift“ – ebenfalls beinhaltet ist. Die Größe der Ornamente ist so gewählt, dass sich durch die exponierte Lage des Gebäudes auch eine Fernwirkung von der Straße ergibt.

 

„Im Unterschied zu temporären künstlerischen Eingriffen verlangen permanente Gestaltungen nach ähnlichen Eigenschaften wie gute Nachbarn.“ Mona Hahn

 

Emoticons

§;-( Gesetz übertreten

:-x schweigt

:-€ bestochen

;-) ironisch

#:-/ ungekämmt

:-w spricht mit gespaltener Zunge

7:-) seriös

:-< traurig

?:-| erinnert sich nicht

$-) Yuppie

:-[ will alles (Vampir)

:-{) zu viel Lippenstift

Mona Hahn

geb. 1968 in Frankfurt/Main, studierte an der Bauhaus-Universität Weimar und lehrt an der Akademie der bildende Künste Wien/Institut Kunst und Fotografie. Hahn lebt und arbeitet in Wien. Ausstellungen u.a.: Das Phantom der Lust, Neue Galerie Graz; Nicht-Newtonsche Turbulenzen, Kunstraum B/2, Leipzig; Lebensbedingungen – me and your ID(entity), Salzburger Kunstverein; Regatta, Fridericianum, Kassel; art is not enough, Shedhalle, Zürich (mit Oliver Fabel). Projekte im öffentlichen Raum u.a.: Platzgestaltung, Loosdorf; Katzensteg Kohlmarkt, Wien; high hills, Krems; Kunst am Bau, U-Bahn-Station Enkplatz, Wien (mit Ilse Haider).

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