Lois und Franziska Weinberger - Freiräume (2005)

Justizzentrum Leoben, Dr. Hanns-Groß-Straße 7+9, 8700 Leoben

Architektur: Josef Hohensinn Architektur

Mit der Gestaltung der Spazierhöfe im Justizzentrum ist es dem Künstlerpaar Lois und Franziska Weinberger gelungen, Gärten zu entwickeln, die einen soziokulturellen Anspruch haben, in denen das Wohlbefinden im Vordergrund steht und eine Resozialisierung leichter möglich ist als in einem kahl betonierten – für Justizanstalten früher charakteristischen – Hof. Die Spazierhöfe weisen bepflanzte Sitzskulpturen auf, deren Formen den Gängen von Borkenkäfern (Ipididae) nachempfunden sind. Diese organischen Wege und Gänge stehen bewusst im Gegensatz zu den geraden Linien und rechten Winkeln der kubischen Architektur und sind ein Symbol für den lebendigen und durchlässigen Austausch von natürlichen und kulturellen Prozessen.

Die Bepflanzung der Gartenskulpturen erfolgt durch Wildpflanzen, die im Zuge der Urbanisierung verdrängt und inzwischen wieder in Naturschutzgebieten gehegt werden. Diese „wilde“ Bepflanzung lässt beim Betrachter einen geistigen Freiraum der Reflexion entstehen und definiert einen Ort, bei dem das Natürlich-Lebendige sichtbar über der strengen Ordnung des Regulierenden steht.

 

Lois und Franziska Weinberger

geb. 1947 und 1953, leben und arbeiten in Wien; Zusammenarbeit seit 1999;

 2005 Expo, Aichi, Japan; S.M.A.K., Gent; CAC Brétigny, F

2004 Brandts Klaedefabrik, Odense, DK; 2003 Kunstverein Hannover; Villa Merkel, Esslingen;

2002 Galerie im Taxispalais, Innsbruck; Bonner Kunstverein; Douglas Hyde Gallery, Dublin;

2001 Sonsbeek 9, Arnhem; 2000 Museum Moderner Kunst Wien; Freud Museum London;

1999 Watari-Um Museum, Tokio; Tel Aviv Museum of Art;

1998 Kunsthalle Wien; Villa Medici, Rom;

1997 documenta X.

www.loisweinberger.net

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