Johann Feilacher - Hier sitze ich gut (2005)

Justizzentrum Leoben, Dr. Hanns-Groß-Straße 7+9, 8700 Leoben

Architektur: Josef Hohensinn Architektur

Johann Feilachers bevorzugtes Material ist Holz, das er in unterschiedlichen Modifikationen etwa als Bündelelement oder Wandskulptur in die Räumlichkeiten der Justizanstalt integriert. In einer Zeit, die immer stärker von technologischen Entwicklungen geprägt ist, erinnert Feilacher an elementare Erfahrungen, die die „condition humaine“ ausmachen. Der Baum als Organismus, das Holz, das er mit archaischen Methoden bearbeitet, wird in Materialität und Gestalt zur Analogie des menschlichen Lebens: die Vertikalität, das Sinnbild der Jugend, das Wachstum, aber auch der Verfall und das Verwurzeltsein, die Vielfalt unterschiedlicher Hölzer.

 

„Das Material ist also vom Konzept her Thema“, schreibt Peter Weiermair, in Feilachers Kunst „folgt die Form dem Medium“, dem Material. 

 

Im Zeitalter der digitalisierten Welt ist es notwendig, Gegenpole zu haben.“ 

Johann Feilacher

 

Dorflinde, Bündelelemente, Wandelement

Das Projekt stellt einen 4,5 Meter hohen unbearbeiteten Baumstamm dar, der in der Durchgangshalle aufgestellt wurde. Der Stamm stammt von einer im niederösterreichischen Texing gefällten Dorflinde.

 

Der Künstler wollte dem neutralen, sehr transparent ausgeführten Raum ein Zentrum der „Behaglichkeit“ geben – ähnlich dem früher traditionellen Treffpunkt in der Dorfmitte –, das vor allem der internen Kommunikation dienen soll. Des Weiteren akzentuiert er die Halle durch Holzobjekte aus Eiche, Esche und Hasel, die in Bündelform oder als kompakter Holzstoß gehalten sind und jeweils durch Eisenbänder zusammengehalten werden.

 

Sitzecke

In derselben Halle befinden sich auch ein Tisch und zwei Bänke, die der Künstler aus dicken handgeschnittenen Brettern roh gefertigt hat. Diese Sitzecke erinnert in ihrer einfachen, ursprünglichen Ästhetik an Raststellen im Wald und soll ebenfalls zu einem Ort der Kommunikation werden.

 

Johann Feilacher

geb. 1954 in Villach, studierte in Graz und war zwischen 1983 und 1986 Assistent von Prof. Dr. Leo Navratil im Haus der Künstler, Gugging, das er seit 1986 leitet. Seit 1975 zahlreiche Ausstellungen, vor allem in Österreich und den USA, außerdem publizistisch tätig. Ab 1986 intensive Beschäftigung mit Werken aus Holz im freien Raum. Johann Feilacher arbeitet in Hausleiten, Österreich.

www.feilacher.com

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