Wettbewerb Pädagogische Hochschule NÖ (2015)

Mühlgasse 67, Baden

Der Künstler KARL-HEINZ STRÖHLE konnte mit seinem Projekt "Text-Skulptur" am

29. Mai 2015 den von der BIG geladenen Kunst & Bau-Wettbewerb für die Sanierung und Erweiterung der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich in Baden für sich entscheiden.

 

Die Jury begründete die einstimmige Entscheidung wie folgt:

"ICH KÖNNTE EUCH VERSCHIEDENES ERZÄHLEN, / WAS NICHT IN EUREN LESEBÜCHERN STEHT, / GESCHICHTEN, WELCHE IM GESCHICHTSBUCH FEHLEN, / SIND IMMER DIE, UM DIE SICH ALLES DREHT.
Der Künstler schlägt vor, den architektonisch signifikanten, ausgeschnittenen Kreis durch ein umlaufendes Schriftobjekt zu besetzen, worin mit einem sehr bekannten Zitat von Erich Kästner eine Botschaft vermittelt wird, die auf eine andere, widerständige und offene Pädagogik verweist. Die einzelnen Buchstaben werden vom Künstler persönlich aus Edelstahlblechen gebogen und sind sowohl als Text als auch als Skulptur wahrnehmbar. Sie glitzern, sie werfen Schatten, sie verblassen. Durch die gewählte Materialität des Federstahls bewegen sich die Buchstaben zusätzlich auch noch im Wind. Das Kunstwerk erhält dadurch auch eine kinetische Dimension. Die Jury war von der Übereinstimmung zwischen textlichem Inhalt und skulpturaler Objekthaftigkeit beeindruckt, wobei auch besonders die elegante Akzentuierung der Architektur hervorgehoben wurde. Die Mehrdimensionalität der Lesarten und die pädagogische Relevanz erzeugen in diesem Kunstwerk ein neues Ganzes, das sowohl dem gestalteten Ort als auch der Bildungsinstitution mit ihren Ausrichtungen auf moderne Pädagogik und offenes Lernen gerecht wird.

 

Jury

Klaus-Jürgen Bauer

Katharina Blaas

Christoph Horak

Bernhard Marte

Erwin Rauscher

Eva Schlegel
Nicole Six

 

TeilnehmerInnen

Markus Hofer

Krüger&Pardeller

Jonathan Quinn

Ingeborg Strobl

Karl-Heinz Ströhle

Ernst Trawöger

Karl-Heinz Ströhle| "Text-Skulptur"

 SIEGERPROJEKT:

Karl-Heinz Ströhle

"Text-Skulptur"

 

Künstlerische Umsetzung des Verses von Erich Kästner mittels aus Federstahl gefertigter Buchstaben, die am schmalen Abschluss der Attika über dem Campusplatz platziert werden. Die handgefertigten Buchstaben können aufgrund ihrer Materialbeschaffenheit je nach Witterung glitzern, Schatten auf deren Umgebung werfen oder an dunklen Wintertagen verblassen. Durch die Federstahl-Qualität bewegen sich die Buchstaben leicht im Wind.

 

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Ernst Trawöger
ohne Titel

Der Entwurf sieht eine variable Zusammenstellung von Bild- und Textelementen vor. Die Fotografien verweisen auf den sensorischen, empirischen Aspekt, während die Zeichnungen den theoretischen, deduktiven Ansatz aufnehmen. Der Textteil mit Sätzen aus dem Spätwerk Ludwig Wittgensteins bildet in sich eine Einheit und stellt gleichzeitig ein verbindendes Element zu den Bildern dar. Der Künstler versteht den Beitrag als Metapher oder Reminiszenz eines Lehrbuches, das die Problematik von Erklärungen mit einbezieht, aber daneben auch das romantische Ideal einer sinnlichen, wissenschaftlichen Erfahrung beinhalten sollte.

Markus Hofer

"Bildungslücke"

 

An der Innenseite der ringförmigen Öffnung über dem Campusplatz wird der Schriftzug „Bildungslücke“ angebracht.  Hintergrund dafür ist einerseits die Benennung eines Ortes (man trifft sich an der "Bildungslücke"), aber auch die Frage, wieviel Bildung notwendig ist, um Wörter nicht einfach nur zu lesen, sondern auch analysieren und reflektieren zu können. Zusätzlich wird ausgelotet, wie durch die Wahl von Schriftart, Materialität usw. zusätzlich mitschwingende Informationen gelesen werden

 

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Krüger & Pardeller
ohne Titel

Das Projekt sucht eine Verschränkung der Baugeschichte und der inhaltlichen Nutzung als pädagogische Hochschule. Abstrakte Übereinstimmungen werden formal und konzeptuell in eine Versuchsanordnung übersetzt, bestehend aus drei Betonsegmenten mit darin eingegossenen Holzelementen. Die Arbeit ist als Beobachtungsstudie, beginnend im Jahr 2018, konzipiert. Formal wird die Verbindung zur Architektur hergestellt und durch runde Durchbrüche Aus- und Durchblicke geschaffen.

 

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Jonathan Qinn

"Mit Leidenschaft lernen"

 

Eine Kombination aus ästhetischem Anspruch und Information, die die kreisförmige Fläche unter dem Loch im Dach zu einer Begegnungszone werden lässt. Eine vergoldete Fläche auf der Innenseite der Attika, die das Loch umgibt, bringt Sonnenlicht in den Raum unter dem Dach. Reflektiertes Sonnenlicht aus dem Westen fällt auf eine Inschrift, leicht reliefiert, im südwestlichen Eck der vergoldeten Fläche: mit Leidenschaft lernen.

 

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Ingeborg Strobl
"Unter freiem Himmel"

 

Drei funktionale Skulpturen für den Campusplatz – eine optische Belebung und gleichzeitig Sitzgelegenheiten, Liegen, Treffpunkte, um in ungezwungener Haltung und Gruppierung zu kommunizieren. Die Nichtfarbe SCHWARZ der Architektur wird aufgegriffen und mit kräftigen Farben kombiniert. Die Vorlagen der Musterung sind vertraute und im Detail abstrahierte Farben/Formen von Fell, Haut und Panzer frei lebender Tiere: Zebra, Feuersalamander, Marienkäfer.

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