Wettbewerb Justizzentrum Eisenstadt (2012)

Wiener Straße 9, 7000 Eisenstadt

Architektur: YF architekten

raumlabor berlin "Turbulenzen"

 

 

Den von der BIG im Frühjar 2012 ausgelobten künstlerischen Wettbewerb für die Gestaltung von drei Spazierhöfen am Justizzentrum Eisenstadt konnte RAUMLABOR BERLIN für sich entscheiden.

 

Die Jury begründete die einstimmige Entscheidung für das Siegerprojekt folgendermaßen:

 

„Der Vorteil des Konzepts von raumlabor berlin liegt insbesondere in einer künstlerischen Vielfalt und der Integration der sozialen Bedürfnisse vor Ort. Es ist einerseits das interessante Zaun-Panorama als Kunstelement integriert, andererseits wurde auch auf die bestmögliche Benutzung der Höfe durch die Insassen Rücksicht genommen. Ebenso fügt sich die Gestaltung des Turms als skulpturales Element auf interessante Weise in die Gesamtgestaltung ein.“

 

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Jury

Klaus-Jürgen Bauer

Katharina Blaas

Bernd Scheffknecht

Eva Schlegel

Nicole Six

Günther Sokol

Günter Wolf

 

TeilnehmerInnen

Luisa Kasalicky

raumlabor berlin

Erik Steinbrecher

Andreas Strauss

the next enterprise

Werner Würtinger

SIEGERPROJEKT:

raumlabor berlin

"Turbulenzen"

raumlabor berlin "Turbulenzen" raumlabor berlin "Turbulenzen"
Visualisierung Zaunbild Visualisierung Zaunbild

Die Höfe werden zur Südseite nicht blickdicht, sondern nur durch einen Maschendrahtzaun begrenzt, wodurch eine bühnenähnliche Situation generiert wird. Verstärkt wird diese Wirkung durch die Schaffung eines „Zaun-Panoramas“: durch Bestückung des Zaunes mit Metallclips aus gebürstetem Edelstahl entstehen Schwarmbilder mit ganz unterschiedlicher Dynamik. Je nach Tageszeit und Sonnenstand entstehen Schatten, Lichtreflexe und Spiegelungen. Der Maschendrahtzaun wird so zur Projektionsfläche für die Hofgänger – der physischen Begrenztheit des Gefängnisraumes steht ein unbegrenzter Imaginationsraum gegenüber.

Luisa Kasalicky / Siegfried Zaworka / rataplan

"ohne Titel (1 Stunde Urlaub vom Gefängnis)"

Luisa Kasalicky / Siegfried Zaworka / rataplan - ohne Titel Luisa Kasalicky / Siegfried Zaworka / rataplan - ohne Titel
Entwurf Wandmalerei Siegfried Zaworka Entwurf Wandmalerei Siegfried Zaworka

Durch eine geschwungene Linienführung des Grundrisses und die Integration der Unterstände in die Mauerbereiche erhalten diese einen bühnenähnlichen Charakter. Dieses gestalterische Konzept spiegelt sich auch in der Oberflächenwahl von Wänden und Böden mit unterschiedlichsten Materialien und haptischen Strukturen wider. In Verbindung mit den Wandmalereien von Siegfried Zaworka ergibt sich ein abwechslungsreiches Gesamtbild, das der Monotonie des Gefängnisalltags entgegenwirken soll.

Erik Steinbrecher

"Vorwald"

Erik Steinbrecher "Vorwald" Erik Steinbrecher "Vorwald"
Erik Steinbrecher "Vorwald" Erik Steinbrecher "Vorwald"

Der an die Hofanlage angrenzende Außenbereich wird eingezäunt und als natürliche, nicht betretbare Brachlandschaft mit Trockengräsern, Stauden, Büschen und Bäumen bepflanzt. Diese Pflanzenkolonie ist als „wilder Garten“ erklärtermaßen ein Niemandsland, das als nachhaltiges Reservat geschützt sein und das Herz des Justizzentrums Eisenstadt bilden soll. Von den Spazierhöfen aus bietet sich so ein Blick auf eine grüne Wand, die die dahinterliegenden Betonwände verdeckt.

Andreas Strauss

"... drei Akte für eine Haftanstalt"

Andreas Strauss "... drei Akte für eine Haftanstalt" Andreas Strauss "... drei Akte für eine Haftanstalt"
Visualisierung Plakatwand Visualisierung Plakatwand

„Ein grünes Rasenband beginnt im Freien irgendwo, klettert die Gefängnismauer hoch, klettert sie hinunter, durchquert den Gefangenenhof (…), und ist nach der vierten Mauer wieder frei.“ Mit den Themen Gefangen- und Freisein beschäftigt sich auch eine regelmäßig fortgesetzte Bildgeschichte, die als Plakatserie auf Billboards auf der Hofinnenwand angebracht wird. Darüber hinaus beinhaltet das Konzept eine Möblierung aus flexiblen Sitzelementen, die mittels Verankerung in den Mauerelementen aus Fertigbeton befestigt werden können und so wertvolle Bodenfläche freihalten.

the next enterprise

"Mentaler Ausblick"

the next enterprise "Mentaler Ausblick" the next enterprise "Mentaler Ausblick"
the next enterprise "Mentaler Ausblick" | Visualisierung: © the next enterprise the next enterprise "Mentaler Ausblick" | Visualisierung: © the next enterprise

Grundgedanke der Gestaltung war es, die Präsenz des Ortes auszublenden und Weite in den Spazierhof zu transferieren. Die die Höfe auf drei Seiten umgebenden Mauern werden ab einer Höhe von 2,5 Metern mit einer polierten Edelstahl-Oberfläche belegt, die „ein Stück Himmel“ in den Hof spiegeln soll. Die Natur als zentrales Element soll einerseits als Wildblumenwiese in den besonnten Hofbereichen präsent werden, als auch durch den südseitigen durchlässigen Zaun, der den Blick auf die außenliegenden Rasenbereiche freigibt und so gleichzeitig eine gewisse Weite erzeugt.

Werner Würtinger

"Bau - Haus"

Werner Würtinger "Bau - Haus" Werner Würtinger "Bau - Haus"

Im Zentrum des Entwurfs steht eine zweifärbige Skulptur aus Holz, die im größten der drei Höfe positioniert ist. Die Raumteilung erfolgt durch Mauern, die durch farbliche Abfolgen von vorwiegend Rot- und Lilatönen strukturiert werden. Der Wachturm ist als Glaskubus ausgeführt, dessen Zugang über eine räumlich gestaltete, die Skulptur umschließende Stiegenanlage führt. Durch die Konzentration von Wachturm, Skulptur und farbigen Mauerflächen im Zentrum der Hofanlage werden die Blicke der BetrachterInnen nach innen geführt.

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